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Lebenslagen von Jugendstrafgefangenen
- Eine empirische Analyse unter Langzeitperspektive, auch mit Blick auf die
Überprüfung der Reichweite von sozialwissenschaftlichen Theorien zu
Randständigkeit, Exklusionserfahrung und Armutsbewältigung -
DFG-gefördert
Februar 2009 – Februar 2011.
Ziel der geplanten Studie ist die Analyse der sozialen Lage von
Jugendstrafgefangenen.
Das Forschungsvorhaben umfasst drei Teilanalysen:
- Eine aktuelle Bestandsaufnahme der Lebenslagen von Jugendstrafgefangenen.
Dabei sollen neben den „klassischen“ sozio-ökonomischen Indikatoren auch
Indikatoren der sozialen Einbindung und subjektiver Exklusionserfahrung, wie sie
in den neueren Konzepten der sozialen Ungleichheitsforschung diskutiert werden,
berücksichtigt werden.
- Ein Vergleich der Jugendstrafgefangenenpopulation mit repräsentativen Jugend-
und Heranwachsendenpopulationen, um so die Kriterien der sozialen Selektion zu
identifizieren. Dabei kann es dahingestellt bleiben, ob diese Selektion auf
Grund höherer Auffälligkeit bestimmter Merkmalsträger beruht oder durch die
strafrechtliche Sozialkontrolle hergestellt wird.
- Eine Längsschnittanalyse zur empirischen Überprüfung der These einer
zunehmenden Problembelastung und Randständigkeit der Jugendstrafgefangenen.
Geklärt werden soll dabei auch die Frage, ob die Veränderungen der
Jugendstrafgefangenenpopulationen nur gesamtgesellschaftliche Veränderungen
widerspiegeln, oder ob sich darin ein anderer gesellschaftlicher Umgang im Sinne
einer Kriminalisierung von Armut und sozialer Randständigkeit niederschlägt.
Die beantragte Studie versteht sich zum einen als ein Beitrag zur
kriminologischen Grundlagenforschung über die biographischen Problemlagen, die
hinter (der Zuschreibung von) so genannten kriminellen Karrieren stehen. Zum
anderen können die Analyse der Defizite und Ressourcen der Jugendstrafgefangenen
sowie die Herausarbeitung typischer Konstellationen auch hilfreich sein, um die
Maßnahmen und Behandlungskonzepte des Jugendstrafvollzugs auf eine validere
empirische Basis zu stellen.
Methodisch sollen diese Ziele durch die Kombination mehrerer Verfahren der
Datengewinnung (Fragebogenerhebung, Aktenanalyse), der Kombination
unterschiedlicher Analyseformen (Querschnitts- und Längsschnittsanalysen,
Primär- und Sekundäranalysen) und der Kombination unterschiedlicher Datenquellen
(Daten aus repräsentativen Surveys, quantitative Befragung, Daten aus der JVA
Adelsheim) erreicht werden.
Arbeitsprogramm
Entsprechend der Dreiteilung der Fragestellung lässt sich auch das
Arbeitsprogramm unseres Forschungsvorhaben in drei größere Blöcke untergliedern:
- Eine Querschnittsanalyse der Sozial- und Legalbiographie der
Jugendstrafgefangenen des Jahres 2009 aus der JVA Adelsheim.
- Eine Längsschnittanalyse der Sozial- und Legalbiographien: Verglichen werden
soll die Jugendstrafgefangenenpopulation des Jahres 2009 mit der
Jugendstrafgefangenenpopulation der Jahre 1991/1992.
- Der Vergleich der sozialen Lage von Jugendstrafgefangenen, die 2009 in
Adelsheim ihre Haftstrafe antreten, mit alters entsprechenden repräsentativen Bevölkerungssurveys.
Arbeitsgruppe
- Wolfgang Stelly
- Tel. 07071-297 2016
- E-Mail: wolfgang.stelly@uni-tuebingen.de
- Jürgen Thomas
- Tel. 07071-297 2041
- E-Mail: juergen.thomas@uni-tuebingen.de
- Thomas Fischer
- Tel. 07071-297 2025
- E-Mail: thomas.fischer@uni-tuebingen.de
- Thaya Vester
- Tel. 07071-297 2017
- E-Mail: thaya.vester@uni-tuebingen.de
- Hans-Jürgen Kerner
- Tel. 07071-297 2931
- E-Mail: hans-juergen.kerner@uni-tuebingen.de
ifk@uni-tuebingen.de - Stand
10.02.2009
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