Beendete Forschungsprojekte:
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Involvierung in Delinquenz als Opfer und als TäterVerlaufsmuster, soziale und personale Kontexte der Herausbildung von Viktimisierungserfahrung und delinquenter Aktivität Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
geförderte Projekt beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen dem Legalverhalten
von Jugendlichen bzw. Heranwachsenden und dem Grad ihrer Viktimisierungsbelastung.
Verschiedene kriminologische Studien zeigen, daß die Täter und die Opfer von Straftaten
keineswegs klar voneinander abgegrenzte Personengruppen bilden. So weist ein
beträchtlicher Teil der Täter eine z.T. erhebliche Opferbiographie auf. Umgekehrt läßt
sich mit Blick auf die Gruppe der Kriminalitätsopfer feststellen, daß dort delinquente
Personen viel häufiger vertreten sind, als dies ihrem Anteil im Bevölkerungsquerschnitt
oder in einer bestimmten Altersgruppe entspricht. Das weit überzufällig häufige
Zusammentreffen von Täter- und Opfererfahrung bei ein und denselben Personen findet sich
dabei vor allem bei männlichen Personen im Jugend- und Heranwachsendenalter. Im Rahmen
des Forschungsprojekts sollen u.a. die folgenden Fragen aufgegriffen werden:
In methodischer Hinsicht ist das Projekt als Sekundäranalyse angelegt. Dabei wird das Datenmaterial der US-amerikanischen Längsschnittuntersuchung National Youth Survey ausgewertet, wie es über das Inter-university Consortium for Political and Social Research (ICPSR) an der Universiät von Michigan (USA) verfügbar ist. Erste Auswertungen des Datenmaterials zeigen, daß im Alter zwischen 11 und 16 Jahren eine relativ zeitnahe Verwicklung in Tat- und in Opfersituationen die weitaus häufigste Erfahrung Jugendlicher mit Delinquenz darstellt. Nach den Selbstberichten der Jugendlichen ist dagegen ein deutlich kleinerer Teil entweder nur als Täter oder nur als Opfer betroffen. Weniger als ein Fünftel der Jugendlichen dieser Altersgruppe geben an, weder in der einen noch in der anderen Weise unmittelbar mit Delinquenz in Berührung gekommen zu sein. Verteilung der Kriminalitätsbetroffenheit nach Art der Erfahrung und nach Alter
Arbeitsgruppe
ifk@uni-tuebingen.de - Stand 1. Oktober 2001 |